Ein Projekt auf Gegen-seitigkeit.

Seit 1998 hilft der 20er Menschen in Not. Erfahren Sie mehr über die Idee und das Team dahinter.

Das Prinzip Halbe-Halbe

Die Idee der Tiroler Straßenzeitung ist so einfach wie wirksam: Armutsbetroffene Menschen verkaufen den 20er auf Tirols Straßen und behalten die Hälfte der Erlöse. Hunderte Verkaufende bekommen durch ihn ein würdevolles Einkommen – und einen Platz in der Mitte der Gesellschaft.

Der 20er ist seit 25 Jahren eine starke Stimme im Land und setzt wichtige Themen auf die Agenda. Ohne regelmäßige Leser:innen könnte er nicht überleben: Jede einzelne verkaufte Zeitung sichert das soziale Projekt ab und fördert den unabhängigen Qualitätsjournalismus in Tirol.


UNSERE Verkaufenden

Alle dürfen den 20er verkaufen: ob Asylwerber, Obdachlose, Pensionistinnen oder Menschen, deren Lohn nicht zum Leben reicht. Etwa 250 Kolporteur:innen sind täglich auf den Straßen Tirols unterwegs. Sie sind geschult und tragen gut sichtbar einen 20er-Ausweis. Unser Vertriebsleiter Tobias Leo freut sich auf neue Gesichter. Und beantwortet gerne Ihre Fragen.


Die Redaktion

Der 20er wird von Menschen gemacht, die an die soziale Kraft des Straßenverkaufs und Qualitätsjournalismus glauben. Unser kleines, engagiertes Team arbeitet eng mit renommierten Autor:innen, Illustrator:innen und Fotograf:innen zusammen. Art Director ist Wolfgang Landauer (super studio). Die Redaktion ist stets offen für neue Talente. Sie wollen mitmachen?


Der Vorstand

Ohne ehrenamtliches Engagement gäbe es den 20er nicht: Hinter dem gemeinnützigen Projekt steht nämlich der Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Tirol. Vertreten wird dieser von Obmann Uwe Steger, Obmann-Stellvertreterin Birgit Schmoltner, Schriftführer Thomas Pupp und Kassier Georg Willeit. Diese vier Personen – allesamt in leitenden Tätigkeiten bei wichtigen heimischen Unternehmen und Einrichtungen – geben gerne ihre Zeit und ihre Erfahrung für unsere gemeinsame Vision. Sie sind ein unverzichtbarer Teil der Tiroler Straßenzeitung.


Die Tiroler Straßenzeitung 20er hat ihr Gesicht im Laufe der Jahre oft gewandelt - der soziale Anspruch ist geblieben.

Geschichte

Die Gründung der Tiroler Straßenzeitung geht aufs Jahr 1996 zurück: Thomas Pupp, Georg Willeit, Uwe Steger, Hubert Katzlinger und Andreas Focke entwickelten nach amerikanischem Vorbild die Idee eines gemeinnützigen Mediums. Es sollte armutsbetroffenen Menschen in Tirol ein Einkommen verschaffen und ihnen eine Stimme geben. Lange sah es trotz großen Interesses von Sozialorganisationen nicht gut für das Projekt aus – mangels Kapital.

Doch im Jahr 1998 ermöglichten die Druckerei Athesia und die Wagner’sche Buchdruckerei die Produktion von vier Heften, der Wirtschaftsbund und die Tiroler Sparkasse sprangen als Sponsoren zur Seite. Dank dieser gemeinsamen Kraftanstrengung erschien im Dezember 1998 die erste Ausgabe. Sie sei ein Experiment, schrieb die Redaktion. „Ob es gelingt, hängt von uns allen ab. Wir müssen eine Zeitung machen, die ihre Käufer findet, weil sie so gut ist, nicht aus Mitleid.“ Das ist nach wie vor der Anspruch des 20ers.


Antworten auf Oft gestellte Fragen

Wer darf den 20er verkaufen?

Grundsätzlich jeder Mensch, der (zeitweise) in Tirol lebt, armutsbetroffen ist und ein zusätzliches Einkommen benötigt. Aufgrund strenger Auflagen für Menschen im Asylverfahren, gibt es jedoch einige rechtliche Einschränkungen. Unser Vertriebsleiter Tobias Leo beantwortet gerne Ihre Fragen dazu. Schreiben Sie uns.

Werden die Verkaufenden geschult?

Bevor jemand einen Ausweis erhält, wird die Person in einem rund halbstündigen Gespräch auf den Straßenverkauf vorbereitet. Es gelten gewisse Regeln: kein Betteln mit der Zeitung, kein Verkauf unter Alkoholeinfluss, der Ausweis muss stets sichtbar getragen werden. Sollte Ihnen auffallen, dass jemand noch einmal eine Nachschulung diesbezüglich braucht, melden Sie sich bitte. Wir können anhand einer fortlaufenden Nummer auf der Zeitung oder mithilfe der Ausweisnummer die betreffende Person noch besser ausfindig machen und ansprechen.

Woran erkenne ich einen echten 20er-Verkäufer?

Alle Verkaufenden müssen ihren Ausweis gut sichtbar tragen. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, informieren Sie bitte die Redaktion.

Warum verkaufen so viele Menschen mit Migrationshintergrund den 20er?

Mit der Einführung der Mindestsicherung in Österreich und Fluchtbewegungen nach Europa hat sich im vergangenen Jahrzehnt die soziale Struktur unser Verkaufenden gewandelt. Zunächst kamen immer mehr Menschen vom afrikanischen Kontinent zum 20er, weil sie in jahrelangen Asylverfahren wenig Aussicht auf Arbeit haben. Straßenzeitungen zu verkaufen ist – neben Prostitution beispielsweise – eine ihrer wenigen legalen Optionen.

Anders verhält es sich bei den Menschen aus den östlichen EU-Mitgliedsländern: Diese haben zwar theoretisch eine Arbeitserlaubnis. Bei den 20er-Verkaufenden aus Rumänien, Ungarn oder der Slowakei handelt es sich jedoch meist um Armutsreisende und/oder Angehörige der mehrfach diskriminierten Volksgruppe der Roma. Sie unterstützen mit Gelegenheitsarbeit in Österreich oft ganze Familienverbände zuhause, die unter ärmlichen Bedingungen leben. Viele sind kaum alphabetisiert, manche sind schon alt oder haben Vorerkrankungen. Der Straßenzeitungsverkauf ermöglicht diesen Menschen, flexibel und ehrlich – trotz mangelnder Sprachkenntnisse – ein würdevolles Einkommen zu erzielen.

Sind die Verkaufenden beim 20er angestellt?

Es wäre ein Traum, unsere Verkaufenden anstellen zu können. Aufgrund der strengen Auflagen für die Beschäftigung von Nicht-Österreicher:innen, aber auch aufgrund mangelnder finanzieller Stabilität (keine laufenden öffentlichen Förderungen), wäre das jedoch oft nicht legal machbar und zweitens nicht leistbar für unser kleines Sozialprojekt. Unsere Verkaufenden sind selbstständig und kaufen die Zeitungen bei uns wie in einem Großhandel zum halben Preis ein.

Ich möchte ein Problem melden, wohin wende ich mich?

Wenn Sie bei Verkaufenden ein Verhalten beobachten, das nicht dem 20er-Prinzip entspricht, wenden Sie sich bitte an uns. Falls Sie eine Zeitung gekauft haben, nennen Sie uns bitte die fortlaufende Nummer am Titelblatt. Oder im Idealfall auch die Ausweisnummer der betreffenden Person.

Ich spende lieber als die Zeitung zu kaufen. Ist das gut?

Natürlich ist jede Spende an einen unserer Verkäufer eine großartige Geste. Wenn jedoch nur noch an Einzelne gespendet und die Zeitung nicht mehr oder zu wenig gekauft wird, ist das Projekt für alle gefährdet. Daher bitten wir darum: Kaufen Sie auch die Zeitung – und spenden Sie gerne dazu.

Wie finanziert sich der 20er?

Der 20er erhält bisher keine jährlichen öffentlichen Förderungen und ist fast ausschließlich auf die Einnahmen aus dem Verkauf, Inseratenkooperationen und Spenden angewiesen. Daher ist es wichtig, die Zeitung zu kaufen, wenn man die Idee der Straßenzeitung unterstützen möchte. Weitere Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen, erfahren Sie hier.

Gibt es den 20er auch im Abo?

Für alle Menschen, in deren Wohngegend der 20er nicht regelmäßig auf der Straße angeboten wird, gibt es auch ein bequemes Jahresabo. Es ist auch ein wunderbares Geschenk für Exil-Tiroler:innen, um mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. Hier können Sie bestellen.

Warum erscheint der 20er nur zehnmal pro Jahr?

Unsere Redaktion ist sehr klein und das Team braucht auch einmal eine Pause. Darum erscheint der 20er in den Monaten Juli/August und Dezember/Jänner als Doppelausgabe.

Kann ich die Zeitung auch digital bezahlen?

Ja, das ist ab Juli im Testbetrieb möglich und wird sukzessive auf ganz Tirol ausgeweitet. Es ist jedoch ein freiwilliges Angebot und unsere Verkaufenden entscheiden selbst, ob sie digitale Bezahlung anbieten möchten. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze.

Kann ich den 20er auch als PDF lesen?

Jeder 20er erscheint auch als digitale PDF-Ausgabe im Kiosk Austria der APA. Hier können Sie ihn finden.


Unsere Förderer

Der 20er kann auf langjährige Partnerschaften zählen – manche unserer Inseratenkund:innen sind seit Anbeginn dabei. Ihre Buchungen verschaffen der gemeinnützigen Zeitung gewisse Stabilität. Besonders möchten wir an dieser Stelle jedoch unsere Sponsoren erwähnen: die TIROLER VERSICHERUNG und das Arbeitsmarktservice Tirol unterstützen den Druck von einzelnen Ausgaben des 20ers. Und der VVT ermöglicht die monatliche Interview-Serie „Über Morgen“. Durch eine Spende der Sparkassenstiftung und die Förderung „Leuchtturmprojekte“ des Landes Tirol wurden diese 20er-Website und die Einführung des digitalen Bezahlsystems ermöglicht.
 
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Spenden

Von einer Mahlzeit für die Verkäuferinnen und Verkäufer bis zu den Druckkosten einer gesamten Ausgabe, Sie entscheiden wie Sie uns unterstützen können und wollen. Egal wie viel, wir freuen uns immer über Ihre Spenden.