Anklicken, auspacken und zurückschicken, wenn etwas nicht gefällt: Online einkaufen ist bequem, hat aber einen riesigen ökologischen Fußabdruck. Mitverantwortlich sind die Kartons, die meist nach einer Verwendung im Müll landen. Und der summiert sich. Allein die Österreichische Post hat im vergangenen Jahr 182 Millionen Pakete von A nach B gebracht.
Um die Müllberge zu reduzieren, bringt das Startup „Sendmepack“ Verpackungen mehrmals in Umlauf. „Circa 90 Prozent aller Kartons können ein weiteres Mal genutzt werden. In Deutschland gibt es vier Milliarden Sendungen pro Jahr. Wenn man davon 90 Prozent rettet, sind das eine Menge Bäume, die nicht gefällt werden müssten“, erklärt die Gründerin Michelle Reed. Ihr Unternehmen gibt gebrauchten Kartons, die nach Retouren anfallen, ein neues Leben. Sie werden auf Stabilität getestet, wenn nötig aufgearbeitet, mit einem „Reused“-Aufkleber versehen und wieder benützt.
Gemeinsam mit ihrem Mann Philip Bondulich hat die aus Florida stammende Reed das Startup vor einigen Jahren in Berlin gegründet. Ideengebend war eine Erfahrung Bondulichs in seinem früheren Job: „Ich betreute einen Onlinehändler, der negative Bewertungen bekam, weil er der Umwelt zuliebe seine Ware in gebrauchten Kartons verschickte. Ich dachte mir damals: Wenn er dies auch so kommunizieren würde, hätten die meisten wohl kein Problem damit.“ Bei der Herstellung eines kleinen Kartons werden rund 260 Gramm CO2 ausgestoßen und etwa vier Liter Wasser benötigt.
Alle 60 Sekunden verschwinden weltweit 15 Fußballfelder Wald für die Produktion von Pappe und Kartonagen. Der Feinstaub, der dabei entseteht, hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Aktuell arbeitet „Sendmepack“ daran, auch für Kartons, die nicht zurückgeschickt werden, eine zweite Nutzung zu schaffen. In sogenannten Stations können leere Kartons bald einfach abgegeben werden.

Reed und Bondulich (c) sendmepack