Vielleicht waren Sie auch schon mal beim Zeitungskauf unsicher, ob der 20er-Verkäufer ein „richtiger“ 20er-Verkäufer war. Falls Ihnen das wieder passiert, dann fragen Sie gerne nach dem 20er-Ausweis, den all unsere lizensierten Verkäuferinnen und Verkäufer tragen. Umgekehrt passiert es aber auch, dass sich Menschen sicher sind, dass alle, die auf Tirols Straßen eine Zeitung verkaufen, automatisch zum 20er gehören. Das ist allerdings falsch.
Um Sie nicht noch mehr zu verwirren, erzähle ich Ihnen diese Geschichte, die sich kurz vor Sommerbeginn zugetragen hat: An einem Juni-Vormittag erreicht uns eine Anruferin aus dem Tiroler Unterland in der Redaktion. Die Frau berichtet unserem Kollegen Tobias Leo von einer Gruppe von 20er-Verkaufenden, die rund um St. Johann in Tirol unterwegs sind. Sie seien aufdringlich, folgten älteren Menschen bis in den Friedhof, um sie dort mit einem 20er in der Hand anzubetteln. Wir müssten dringend etwas tun, sonst würde sie sich an den ORF Tirol wenden. Die Frau ist – völlig zurecht – verärgert.
Tobias Leo, der schon seit über zehn Jahren für den Vertrieb beim 20er zuständig ist, hört sich die Beschwerde genau an. Er hat in den vergangenen Jahren schon viel erlebt und als Troubleshooter einige Konflikte gelöst. „Die Strategie dieser Gruppe ist hochproblematisch: Sie verwenden teils alte oder gefälschte Ausweise oder alte Ausgaben und bedrängen mit der Tiroler Straßenzeitung gezielt ältere Personen – zum Beispiel auf Parkplätzen oder vor Bankomaten.“ Wie sie an die Zeitungen kommen, ist verschieden und auch uns nicht immer klar (es gab schon Tage, da ähnelte das 20er-Büro mehr einer Detektei als einer Redaktion, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr). Von unserer Ausgabestelle jedenfalls nicht. Oft verkaufen sie aber auch andere Zeitungen, wie den Global Player, die nichts mit der Tiroler Straßenzeitung zu tun haben. Es ist nicht das erste Mal, dass Tobias Leo von Problemen mit 20er-Verkäufern ohne gültigen Ausweis in dieser Gegend hört. Erst vergangenen Winter gelang es ihm mit seinem Kollegen Michael Hörl, in Kitzbühel zwei alte Ausweise einzuziehen. Und das ist das, was wir als 20er in solchen Situationen machen und machen können: Wir schauen uns die Situation vor Ort an, suchen das Gespräch mit nicht lizensierten Zeitungsverkäufern, versuchen, falsche Ausweise abzunehmen, und wir kooperieren — mit den Menschen, die uns auf solche Probleme aufmerksam machen, und auch mit den Behörden. So wie jetzt bei der Geschichte, die sich in St. Johann abspielt. Denn klar ist: Die Situation ist unangenehm und der missbräuchliche Gebrauch der Tiroler Straßenzeitung schädigend für ihren Ruf.
Für den 20er-Verkauf gibt es Regeln. Nach mehreren verpassten Chancen und Gesprächen gibt es keine Hefte mehr. Zum Glück ist das selten der Fall. „Wichtig ist, dass es nicht zu einem Generalverdacht kommt. Mit dem Großteil unserer Verkäuferinnen und Verkäufer arbeiten wir sehr gut zusammen“, betont Tobias Leo. Viele von ihnen leisten tagtäglich Beeindruckendes und zeigen – egal, ob jetzt in der Sommerhitze oder im Winter bei Minusgraden – unglaubliches Engagement. Nicht nur, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch, weil sie sich mit der Idee des 20er identifizieren. „Es wäre falsch, zu erwarten, dass wir aus den Menschen, die oft Schlimmstes erlebt haben, sofort die perfekten Verkäufer machen können, die sich nahtlos in unsere Gesellschaft einfügen“, sagt mein Kollege Michael Hörl. „Sie bekommen eine Chance auf ein eigenes Einkommen, und manchen gelingt es besser, diese zu nutzen.“ Viele unserer Verkäuferinnen und Verkäufer sind inzwischen Teil eines Ortsbildes und Brücke zwischen Lebenswelten. Und auch das melden uns viele Leserinnen und Leser zurück. Erst vor wenigen Tagen erreichte uns ein Anruf einer Leserin, die sich erkundigte, wie sie „ihrem“ Stammverkäufer helfen könne, dem sie immer in ihrer Straße begegnet.
Wie erkennt man 20er-Verkäufer?
- Am 20er-Ausweis mit Namen, schwarzem 20er-Logo und einer individuellen Nummer. Fragen Sie ruhig danach, falls Sie Zweifel haben. Wer einen echten 20er-Ausweis trägt, ist auch bei uns registriert.
- An der Nummer im oberen Bereich des Covers, die mit der Ausweisnummer verknüpft ist. Kaufen Sie bitte nur Zeitungen, die eine solche Nummer aufweisen.
- An der Aktualität der Ausgabe. Den Erscheinungsmonat finden Sie am Cover. Kaufen Sie bitte nur aktuelle Ausgaben.
Was ist eigentlich mit dem QR-Code auf dem Ausweis?
Damit kann man den 20er mit dem Smartphone bezahlen. Dann bekommen Sie auch eine Zeitung, wenn Sie kein Kleingeld dabeihaben.
Was passiert mit den 3,40 Euro, die die Zeitung kostet?
1,70 Euro sowie etwaiges Trinkgeld bleiben den Verkäuferinnen und Verkäufern. Der Rest fließt in die Produktion des Hefts, also in Personal-, Druck- und weitere Kosten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Zeitung auch mitnehmen.
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Tobias Leo oder Michael Hörl vom Vertriebsteam:
telefonisch unter + 43 (0) 677 640 636 80
oder per E-Mail an verkauf@20er.at
Falls es um eine Verkäuferin oder um einen Verkäufer geht, notieren Sie sich am besten auch die Ausweisnummer. Sie hilft den beiden, herauszufinden, um wen es geht.
Paul Oghagbon Elche verkauft seit vielen Jahren den 20er. (c) Jakob Häusle